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BMBF-Projekt gestartet - Inklusive kaufmännische Berufsbildung mit der virtuellen Übungsfirma

Die Bfz-Essen GmbH, die Universität Duisburg-Essen (UDE) und vier weitere bundesweite Partner haben mit ihrem innovativen Projekt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) überzeugt. Sie setzen in den kommenden drei Jahren die „Inklusive virtuelle Übungsfirma“* um. Ziel ist, die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu stärken, indem sie gemeinsam mit Nichtbehinderten kaufmännische Praxis erfahren.

Basis der „Inklusiven virtuellen Übungsfirma“ (IvÜFA)* ist ein Konzept, das sich schon seit über 50 Jahren bewährt: die Übungsfirma. Sie ist das perfekte Abbild einer kaufmännischen Abteilung. Hier können alle Abläufe des täglichen Wirtschaftsgeschehens unter echten Bedingungen gelernt und trainiert werden. Derzeit qualifizieren bundesweit ca. 500 Übungsfirmen Lernende für den Arbeitsmarkt.

Die Bfz-Essen GmbH als Zentralstelle des deutschen ÜbungsFirmenRings entwickelt aktuell das Konzept zu einem virtuellen Lernraum weiter. Dadurch sollen nun auch behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam kaufmännisch geschult werden – und zwar in mehreren virtuellen Übungsfirmen. Da Bildungsträger, Suchthilfeeinrichtungen, Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke beteiligt sind, lassen sich unterschiedliche Zielgruppen erreichen.

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsdidaktik der UDE wird die Bfz-Essen zum einen beraten, was die Umsetzung und das didaktische Design angeht. Zum anderen will das Team um Prof. Retzmann erforschen, ob das neue Konzept wirklich dazu beiträgt, Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Die Wissenschaftler analysieren daher, welche Anforderungen an die Lehrkräfte gestellt werden und entwickeln für sie ein Anwenderhandbuch; sie untersuchen, welche Bedarfe die Teilnehmenden haben und wo Probleme entstehen. Auch darum geht es: Eignet sich die inklusive virtuelle Übungsfirma als Modell, das überall einsetzbar ist?

Und so könnte eine „Inklusive Übungsfirma 4.0“ aussehen: 15 Teilnehmende  – 7 behinderte und 8 nichtbehinderte –, die über das ganze Bundesgebiet verteilt in ihrer jeweiligen Einrichtung sitzen, loggen sich zu Arbeitsbeginn über ihre Computer ein. Gerade dies ermöglicht die optimale Berücksichtigung z. B. der körperlichen Einschränkungen der behinderten Teilnehmenden. Ab dem Log-in sind alle dann Beschäftigte eines Anbieters - in diesem Fall für Bürobedarf -, treffen die Kolleg*innen in einem virtuellen Raum und bearbeiten mit ihnen die kaufmännischen Prozesse. Der bzw. die Dozent*in ist ebenfalls zugeschaltet und leitet fachlich an. Alles passiert digital: Buchhaltung, Einkauf, Personal, Marketing, Vertrieb. Waren werden – simuliert durch Lieferscheine – durchs Land oder in die ganze Welt geschickt. Weil die Übungsfirma in das nationale und internationale Übungsfirmennetzwerk eingebunden ist, entstehen nahezu echte Abläufe und damit Erfahrungen, die auch in einem späteren beruflichen Kontext gewinnbringend genutzt werden können.

 

* “IvÜFA: Inklusive virtuelle Übungsfirma – Berufliche Qualifizierung für die Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt des Berufsfeldes Wirtschaft und Verwaltung“ wird vom BMBF und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.


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